Marguita ist 21, studiert Management und Unternehmertum an der Boston University. In den letzten Sommerferien hat sie im Pariser Luxushotel «George V» ein Stage absolviert. Dieses Jahr jobbt sie in der Sponsoringabteilung des LVMH-Konzerns in New York. Für die Marke Moët & Chandon wird sie in der VIP-Betreuung an Events wie dem US Open und dem America’s Cup tätig sein. Weshalb wir Ihnen das erzählen? Marguita ist eine Kracht. Ihr Vater Andrea Kracht, 55, führt das Zürcher «Baur au Lac» in sechster Generation. Seit letztem Jahr fungiert er zudem als Vorsitzender der prestigeträchtigen Allianz «The Leading Hotels of the World». Der berufliche Werdegang von Marguita Kracht deutet darauf hin, dass sie mittelfristig in den Hotelbetrieb eintreten wird, der sich seit der Gründung im Jahr 1844 im Besitz der Familie befindet.
Das «Baur au Lac» ist ein gewichtiges Thema in diesem Heft. Im Gespräch mit Andrea Kracht haben wir eher beiläufig gefragt, ob seine Tochter mal, wie er seinerzeit, in die Fussstapfen des Vaters treten werde. Bei ihm selber sei das nicht vorbestimmt gewesen, jedenfalls habe sein Vater nie Druck ausgeübt, und er halte sich bei dieser Frage an die Devise seines Herrn Papa. Wir sprachen mit Kracht über die Gastronomie. In den führenden Hotels. Im «Baur au Lac». Die Umwandlung des ehemaligen Grill-Rooms in das moderne Stadtrestaurant «Rive Gauche». Die Küche von Chefkoch Laurent Eperon und dessen Interpretation der klassischen Haute Cuisine im «Pavillon», dem vor drei Jahren eröffneten Spitzenrestaurant des Hauses. «Ich arbeitete selber drei Jahre lang in Hotelküchen», erinnert sich Andrea Kracht, «seit jener Zeit habe ich vor nichts mehr Respekt als vor hausgemachten Fonds und Saucen. Das ist die Königsklasse.»
Das Restaurant «Pavillon» belegt im neuen ZÜRICH GEHT AUS! mit den 200 besten Restaurants erstmals Rang 1 in der Königsklasse, der Kategorie «Grosse Küche für Gourmets» in der Stadt Zürich. Wobei wir sogleich ergänzen wollen, dass wir in unserem Magazin ausschliesslich Restaurants beschreiben, die wir auch empfehlen können. Dass sich diese Empfehlungen auf die aktuell in diesem Jahr gemachten Erfahrungen eines Teams von aufgeschlossenen und unvoreingenommenen Testern stützen, welche die Lokale anonym besucht haben, gilt uns als Selbstverständlichkeit. In diesem Jahr haben wir sehr viele Restaurants neu aufgenommen, insgesamt 63. Viele Trendsetterlokale («Times»), Quartierbeizen («Grüntal», «Schützengasse») oder italienische Ristoranti, wie das auf unserem Cover abgebildete «Vallocaia».
Für Sie gibt es viele wunderbare Restaurants in Zürich und der näheren und weiteren Umgebung zu entdecken. Dabei wünsche ich Ihnen viel Vergnügen.
Wolfram Meister, Chefredaktor