Editorial
In der «Kunsthalle» hat man sich vom glücklosen Wirt Daniel Staffiere getrennt. Peter Wyss übernimmt nach einer langen Auszeit das «Schützenhaus» und freut sich wie ein kleines Kind
auf seine neue Aufgabe (wenn er das auch nie zugeben würde).
Jürg Wartmann hat seinem «Atlantis» nach zehn Jahren ein veritables Facelifting verpasst. Der «Braune Mutz» ist wieder offen, der Innenausbau hat statt der budgetierten 4 satte 5 Millionen Franken gekostet. Am äusseren Ende des Gundeli haben wir mit dem «Viertel-Kreis» von Christoph Lehmann eine sehr erfreuliche Restaurant-Neuentdeckung gemacht, und mit Genugtuung haben wir registriert, dass Astrid und Dominic Lambelet wieder Hof halten – nach «Gundeldingerhof» und «Rollerhof» neuerdings im Restaurant «Ackermannshof».
Das schneeweisse, futuristisch wirkende Design-Restaurant «La Rose» zählt innenarchtektonisch wohl zu den interessantesten neuen Basler Adressen. Andreas Putzi hat von der «Farnsburg» in Ormalingen in die «Weinresidenz Zum Rössli» nach Olsberg gewechselt. Das «Viva!» in Oberwil wurde mit einem «Michelin»-Stern ausgezeichet und damit auf dem linken Fuss erwischt. Die «Bel Etage» im «Teufelhof» hat denselbigen Stern verloren (was wir nicht nachvollziehen können). Losang Tseten Barshee, aufgrund seiner illustren gastronomischen Vergangenheit stadtbekannt, haben wir im «Lämmli» in Metzerlen wiedergefunden, wo er mit einer ländlichen Küche Leute aufs Land locken will. Nur in der «Bodega» bei Johnny Freeman ist alles beim Alten geblieben – spätabends setzt er sich zu seinen Gästen an den Tisch (mit Sonnenbrille wirkt er wie ein Double von Jack Nicholson) und bringt wildfremde Leute zusammen. Das letzte Mal haben wir einen Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Jakarta kennengelernt. In den letzten Wochen und Monaten sassen wir an vielen Tischen.
Mitten in der Stadt, in der Region, in Südbaden und im Elsass. Fahndeten nach neuen Adressen und überprüften, ob die guten, die wir kennen, noch immer gleich gut sind. Begutachteten eine Vielzahl von Lokalen, um herauszufinden, welche wir Ihnen wirklich empfehlen wollen.
Alle 120 Restaurant-Empfehlungen in BASEL GEHT AUS! 2012 stützen sich auf die aktuell in den letzten sechs Monaten gemachten Erfahrungen eines Teams von aufgeschlossenen und unvoreingenommenen Testern, welche die Lokale anonym besucht haben. Übers Jahr hat es ein paar interessante Neuzugänge gegeben: 38 Restaurants haben wir in diese Ausgabe neu aufgenommen.
Lassen Sie sich nun zu einer kulinarischen Entdeckungsreise verführen. Zu den vielen wunderbaren Restaurants in Basel und in der näheren und weiteren Umgebung. Dabei wünsche ich
Ihnen viel Vergnügen.
Wolfram Meister, Chefredaktor
